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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau

Heute Informationen zu:

  • Dokumentation von Pflanzenschutzmitteln
  • Newsletter Pflanzenschutzmittelreduktion
  • Hinweise zur Meldepflicht von Bienenvölkern
  • Anwendung von Glyphosat
  • Allgemeines
  • Informationen zu IPS+

Die Abteilung Landwirtschaft und Naturschutz hat einen WhatsApp Broadcast eingerichtet, um Sie schnell und einfach mit Informationen zu versorgen. Weiteres dazu finden Sie hier.


Winterraps 2026

Aussaat: Nicht zu früh, aber auch nicht zu spät

Winterraps braucht im Herbst ausreichend Zeit, um ein leistungsfähiges Wurzelsystem und eine kräftige Rosette zu entwickeln. Gleichzeitig sollte eine übermäßige Herbstentwicklung vermieden werden. 

Als Orientierung gilt: Die Aussaat sollte so terminiert werden, dass der Raps vor dem Winter etwa 6 bis 8 gut entwickelte Blätter erreicht. 

Dieses Jahr ist die Bodenfeuchte entscheidender als der Kalendertag. Die Aussaat sollte nicht in einen ausgetrockneten Saathorizont erfolgen. Ein feinkrümeliges, rückverfestigtes Saatbeet sorgt für guten Bodenschluss und einen gleichmäßigen Feldaufgang. Daher lieber auf einen Niederschlag warten. Für eine gute Herbstentwicklung benötigt der Raps ca. 800 Gradtage. Diese haben wir in den vergangenen Jahren bei einer Aussaat in der ersten Septemberwoche noch erreicht. 

Sortenwahl: Die Sorte zu meinem Standort 

Einen ersten Anhaltspunkt liefern die vorläufigen Druschergebnisse der Landessortenversuche 2025 / 2026 in der folgenden tabellarischen Übersicht. Des Weiteren sollte der Sortenpass weitere Auskunft über die Eigenschaften geben auf welche man Wert legt. Hierzu zählen beispielsweise eine gute Jugend-, Frühjahrsentwicklung, Krankheitstolerant, sowie einen hohen Korn- und Ölertrag. 

Kornertrag bei 91_% TS dt/ha (Rel.-Wert in %) aller Versuchsstandorte, reduziert (ohne Fungizid und wuchsregulierende Maßnahmen)

Tabelle Kornertrag

 Quelle: vorläufige Ergebnisse der Landessortenversuche Baden – Württemberg 2026 (drei Standorte ausgewertet)
Tabelle: eigene Darstellung

Schädlinge 

Schnecken
Diese befinden sich bei der aktuellen Witterung nicht an der Bodenoberfläche, sondern haben sich in tiefere Schichten zurückgezogen. Bei feuchter werdendem Wetter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese wieder in die jungen Rapsbestände einwandern. Daher gilt es Fallen aufzustellen um die Zuwanderung zu kontrollieren. Empfehlenswert ist eine Behandlung mit Schneckenkorn am  Rand und auf grobscholligen Stellen. 

Rapserdfloh 
Achtung: Verwechslungsgefahr bei den Schadbildern mit der Schnecke!

Dieser hat bei uns in der Region in den vergangenen Jahren keine große Rolle gespielt, jedoch hat sich durch Untersuchungen herausgestellt, dass auch bei uns im Kreis die sogenannte Super KDR (Super knock-down Resistenz) nachgewiesen wurde. Die üblichen Pyrethroid- Wirkstoffe sind somit in Ihrer Wirkung deutlich eingeschränkt. Umso wichtiger ist es eine Behandlungsnotwendigkeit richtig einzuschätzen.

Eine Möglichkeit im Jugendstadium bietet die Beizung mit Buteo Start. Durch die teilsystemische Wirkung bietet dies einen Schutz bis zum Laubblattstadium. Danach nimmt die Wirkung bzw. der Schutz ab und die Überwachung auf Befall muss durch den Lochfraß oder mittels Gelbschale beobachtet werden. 

Herbizidbehandlung

Die Unkrautbekämpfung im Winterraps sollte bereits bei der Aussaat mitbedacht werden. Besonders wichtig ist eine möglichst konkurrenzfreie Jugendentwicklung.

Hierfür gibt es zum einen die Möglichkeit im Vorauflauf oder zum anderen im Nachauflauf. 

Kombinationen im VA:

  • -        2,5 l/ha Butisan Gold oder 
  • -        0,5 l/ha Porafam Titan + 1,0 l/ha Fuego oder 
  • -        2,0-2,5 l/ha Butisan Gold + 1,0 l/ha Stomp Aqua oder 
  • -        2,0 l/ha Butisan Gold + 0,2 l/ha Runway VA 

Bei den aufgeführten Kombinationen werden die zweikeimblättrigen Unkräuter zuverlässig erfasst. Bei Problemen mit Klatschmohn wird durch die Zugabe von Stomp Aqua zu Butisan Gold dieser miterfasst. Sind Klatschmohn und Kornblume zu erwarten sollte die Kombination aus Butisan Gold und Runway VA eingesetzt werden. Da es sich hier überwiegend um Bodenherbizide handelt wird für einen hohen Wirkungsgrad Niederschlag bzw. Bodenfeuchte benötigt.    

Metazachlor bewusst einsetzen!
Der Wirkstoff Metazachlor ist ein wichtiger Baustein bei der Ackerfuchsschwanzbekämpfung, da hiermit gute Erfolge erzielt werden können. Durch den Einsatz kann der erste Auflauf schon deutlich abgemildert werden. Zudem wird aktives Resistenzmanagement durch Wirkstoffwechsel betrieben.  
Beim Einsatz metazachlorhaltiger Mittel sollte der Grundwasserschutz berücksichtigt werden. Daher darf zum Schutz des Grundwassers 500 g Metazachlor/ha nicht überschritten werden.

Möglichkeiten im Nachauflauf:

  • 0,25 l/ha Ladiva ab BBCH 12-14
  • zzgl. falls erforderlich 0,25 l/ha Belkar BBCH 16-18 

zwischen der Anwendung von Ladiva und Belkar mind. 14 Tage Abstand einhalten. 

Diese Strategie ist insbesondere interessant, wenn Problemunkräuter wie Kornblume, Mohn, Klettenlabkraut, Kamille oder Storchschnabel im Bestand vorkommen. Des Weiteren werden Wurzelunkräuter miterfasst. Lediglich bei den Ehrenpreisarten besteht eine Lücke, jedoch kann diese durch den Einsatz von Propyzamid (KerbFlo) geschlossen werden. 

Bei der Kombination beziehungsweise Spritzfolge sind außerdem die Hinweise zur Mischbarkeit mit Gräsermitteln, Fungiziden und Wachstumsreglern zu beachten. 


Dokumentation von Pflanzenschutzmitteln

Das LTZ Augustenberg hat ein übersichtliches Merkblatt zur Dokumentation von Pflanzenschutzmitteln erstellt.

Die bislang noch offene Frage bezüglich der FLIK-Nummer im Rahmen des GA (Bezeichnung der Lage der Fläche) ist nun geklärt. Bitte hierzu unbedingt den Punkt "Lage der behandelten Fläche" auf Seite 2 beachten.


Newsletter Pflanzenschutzmittelreduktion

Den Newsletter des LTZ, der sich u.a. mit dem Thema Spritzwasserkonditionierung befasst, finden Sie hier.


Hinweise zur Meldepflicht für Bienenvölker ab dem Jahr 2026 

Neuregelung:
Die bisherige Meldepraxis, dass die Bienenvölker, die über einen der beiden Landesverbände (Landesverband Badischer Imker e.V. oder Landesverband Württembergischer Imker e.V.) angeschlossenen Imkerverein gemeldet sind, von der Meldepflicht ausgenommen sind, ist aus datenschutzrechtlichen Vorgaben nicht mehr möglich. 

Ab dem Jahr 2026 sind alle Imkerinnen und Imker zur Meldung verpflichtet, unabhängig von einer Mitgliedschaft in einem Imkerverein!  

Infoblatt zu Meldebogen


Anwendung von Glyphosat


Informationen zu GLÖZ




Allgemeines

Dokumentationen
• Düngebedarfsberechnungen für Stickstoff und Phosphat vor der ersten Düngung 2024,
• bis zum 31. März die Aufsummierung der Düngebedarfsberechnungen für Stickstoff und Phosphat aus dem Vorjahr 2024
• Dokumentation aller Düngemaßnahmen, sowohl organische (z.B. Festmist und Gülle) als auch mineralische Düngungen bis spätestens 14 Tage nach der Düngung
• Spritzen - TÜV alle 3 Jahre

Bei der Kontrolle der Pflanzenschutzspritze unbedingt bei den Düsen prüfen, ob diese auch für 90% Abdriftminderung geeignet sind. Viele Pflanzenschutzmittel haben an Hecken, Gewässer und teilw. auf der gesamten Fläche Auflagen, mit verlustmindernden Düsen zu spritzen.

TÜV: Pflanzenschutzspritze und Granulatstreuer:
Im 3- jährigen Rhythmus müssen die Pflanzenschutzspritze und der Granulatstreuer für das Schneckenkorn auf ihre Einsatztauglichkeit geprüft werden. Bitte kontrollieren Sie ihre Geräte und handeln dann entsprechend. Neugeräte prüfen, ob eine TÜV-Plakette vorhanden ist.


Informationen zu IPS+

Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.