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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau

Datum: 22.08.2019

Heute Informationen zu:

  • Raps
  • Düngeverordnung
  • Kalkdüngung
  • Zwischenfruchtanbau
  • Herbizidmaßnahme nach der Getreideernte
  • Gewässerrandstreifen
  • Pflanzenschutzmittel
  • Vorratslagerschutz
  • Feldhygiene
  • Allgemeines


Raps

Für ein zügiges auflaufen der Rapspflanzen ist es wichtig dass der Boden:

• tief gelockert ist

• gleichmäßige Rückverfestigung

• feinkrümeliges Saatbett für gleichmäßige Saatgutabdeckung

• exakte Tiefenführung der Säschare, ca. 2 - 3cm

• Bodenoberfläche sollte möglichst strohfrei sein

Saatstäke liegt bei

Liniensorten: mit 40-50 Kö/m², bei späterer Saat ab 30. August 50-60 Kö/m²

Hybridsorten: Saat möglichst erst nach dem 20. August 30-40 Kö/m², ab 30. August 40-50 Kö/m²

Düngung Raps hat einen hohen Nährstoffbedarf an Kalium, daher eine Grunddüngung mit Phosphor und Kalium je nach Dünge-Bedarfsberechnung z.B. mit Thomaskali oder andere PK-Düngern einplanen. Auch Wirtschaftsdünger z.B. Gülle kann im Herbst verwertet werden, Düngeverordnung beachten.

Dringend beim Einkauf von Rapssaatgut beachten:

Mit Thiram (TMTD) gebeiztes Saatgut, darf nur noch in diesem Jahr ausgesät werden. Restmengen müssten im nächsten Jahr entsorgt werden!!! Daher letzten Sack mit einer alternativen Beize einkaufen, die nächstes Jahr noch zugelassen ist, z.B. Wurzel Plus (Natur) oder Scenic Gold oder Integral Pro.

Pflanzenschutz

Die Rapssaat ist in vollem Gange. Eine gute Rückverfestigung durch Walzen ist für einen zügigen Auflauf des Rapses von Vorteil, zusätzlich beugt es Schneckenbefall vor. Die Schneckengefahr scheint in diesem Jahr recht hoch. Daher direkt nach der Saat "Schneckenfallen" aufstellen z.B. Sack oder Brett mit Schneckenkorn auslegen und möglichst täglich kontrollieren. Mit der Schneckenkontrolle auch regelmäßig Erdflohschaden kontrollieren bzw. Gelbschalen aufstellen. Die Schadschwelle beim Keimlingsraps liegt bei 10% zerstörter Blattfläche oder 75 Käfer in 3 Wochen in der Gelbschale. In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Schäden zum Auflauf des Rapses durch den Erdfloh gekommen. Hier ist die Schaderkennung recht schwer, da es scheint als läuft der Raps gar nicht auf.

Herbizide
Im Vorauflauf: (Clomazonefrei)
Butisan Gold 2,5 l/ha bis 5 Tage nach der Saat, breites Wirkungsspektrum
Fuego Top 1,3 l/ha + Tanaris 0,6 l/ha bis 3 Tage nach der Saat (evt. schwäche Storchschnabel)
Gajus (neu) 3,0 l/ha etwas schwäche bei Hirtentäschelkraut und Hellerkraut, Nachbehandlung mit Runway einplanen
Im Nachauflauf: Butisan Gold 2,5 l/ha bis 10 Tage nach der Saat, evtl. Wirkungsminderung bei Storchschnabel, Hirtentäschelkraut und Kamille Butisan Kombi aus Runway Kombi Pack,  bestehend aus 2,5 l Butisan Kombi und 0,2 l/ha Runway. Runway hat eine Blatt- und Bodenwirkung, daher ist es gut die Kombination aufzuteilen um später auflaufende Kamille zu bekämpfen
In diesem Jahr gibt es für den Nachauflauf mit dem Produkt Belkar Power Pack ein neues Mittel mit gutem Wirkungsgrad bei den typischen Rapsunkräutern wie Klettenlabkraut, Kamille, Hirtentäschel, Hellerkraut und andere. Der Wirkstoff Metazachlor z.B. in Butisan Gold, Fuego Top u.a. wird teilweise als Abbauprodukte im Grundwasser gefunden und steht daher erheblich auf dem Prüfstand insbesondere in Wassersensiblen Gebieten. Kommt der Wirkstoff Metazachlor bei feuchten Bedingungen zum Einsatz, sollte die Wirkstoffmenge nicht über 500 gr/ha liegen. Dies ist mit 2,5 l/ha Butisan Gold möglich. Von Clomazone haltigen Produkten raten wir Aufgrund der umfangreichen Auflagen ab.


Düngeverordnung: Was im Herbst beachtet werden muss

Düngung ab der Ernte (2. Jahreshälfte)

Gilt für alle Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an N (mehr als 1,5% N in der TM) Maximal 30 kg/ha NH4N (Ammonium N) oder 60 kg/ha Gesamt-N Düngung bis max. zum 1. Oktober nur möglich zu:

1. Etablierung von Zwischenfrüchten (Standzeit mind. 6 Wochen), Aussaat Zwischenfrucht bis spätestens 15. September 2019

2. Winterraps und Feldfutter Aussaat bis zum 15. September

3. Wintergerste nach Getreide bei Aussaat bis zum 1. Oktober

Sperrfristen Acker- und Grünland

Die Zeiträume, in denen keine Düngemittel ausgebracht werden dürfen, verlängern sich grundsätzlich. Im Ackerland nach der Ernte der Hauptfrucht bis 31. Januar, im Grünland vom 1. November bis zum 31. Januar.

Gülle- und Festmistdüngung im Kreis Calw ab 1. Oktober 2019

Düngung mit flüssigen Wirtschaftsdüngern mit einem wesentlichen Nährstoffgehalt von mehr als 1,5 % Gesamtstickstoff oder mehr als 0,5 % Phosphat in der Trockenmasse  

Verbotszeitraum

Ackerfutter

bis 31.01.2019

Mehrj. Feldfutter

01.11.2019 - 31.01.2020

Grünland

15.11.2019 - 15.02.2020

Darüber hinaus gelten im Wasserschutzproblemgebiet Zone III gesonderte Auflagen:

Ackerbau und Feldfutter

bis 31.01.2020

Grünland

31.10.2019 - 31.01.2020

Grundsätzlich gilt: im Wasserschutzgebiet Zone II ist die Ausbringung von flüssigen Wirtschaftsdüngern grundsätzlich verboten.                                                       

Sperrfrist für Festmist von Huf- oder Klauentieren oder Komposte

in der Zeit vom 15.12.2018 - 15.01.2019

Festmistausbringung im Wasserschutzproblemgebiet auf Dauergrünland und Feldfutter ohne Leguminosen ist nur in einem kurzen Zeitraum vom 1.12.2019 - 14.12.2019 möglich.

Bei Fragen könne Sie sich an das LRA Calw, Abt. Landwirtschaft und Naturschutz unter 07051 160-951 wenden.

Bei Geflügelmist und separierte Gülle oder Gärresten gelten außerhalt von Wasserschutzgebieten die gleichen Vorgaben wie bei der Gülleausbringung.


Kalkdüngung

Nach der Ernte ist ein guter Zeitpunkt für die Kalkdüngung.

Die Grundbodenuntersuchungsergebnisse sind eine gute Entscheidungshilfe. Bei Standorten mit niederem pH Wert, z.B. im Buntsandsteingebiet, kann es bei pH Werten unter 5 unter Umständen zu Schädigungen durch Wurzelnematoden kommen. Des Weiteren ist die Nährstoffverfügbarkeit z.B. von Phosphat verschlechtert. Die meisten Pflanzennährstoffe haben im Bereich von ph 5,5 bis 7 die optimale Löslichkeit (je nach Bodenart und Humusgehalt) Ein hoher pH- Wert ist nicht immer ein Indikator, dass genug pflanzenverfügbarer Kalk frei ist. Hier kann ein Test mit Salzsäure die Entscheidung über einen Bedarf erleichtert. Bei Bedarf Beratung anfordern.


Zwischenfruchtanbau

Wird der Zwischenfruchtanbau zur Erfüllung der Greeningverpflichtung durchgeführt, müssen zwei Arten in der Mischung vorhanden sein, wobei der Anteil einer Art nicht über 60% Anzahl der Körner sein darf. Saattermin bis 1. Oktober. Im WSG bis 15. September. Auf Greeningflächen darf nach der Ernte der Hauptkultur kein Pflanzenschutzmittel angewendet werden (z.B. keine Winden- oder Queckenbekämpfung möglich).

Bei FAKT geförderter Begrünung mit nur einer Art (wie bisher im MEKA) muss die Begrünung bis zum 15. September gesät sein.

Bei der geförderten FAKT Begrünung mit 5 Arten ist der späteste Aussaattermin der 31. August.


Herbizidmaßnahmen nach der Getreideernte

Nach der Getreideernte besteht bei stärkerem Queckenbesatz die Möglichkeit einer nachhaltigen Bekämpfung mit diversen glyphosathaltigen Produkten ( z. B. Glyfos, Kyleo, Round-up Powerflex Round-up Rekord u.a. ). Die erforderlichen Aufwandmengen schwanken je nach Wirkstoffgehalt des Produkts zwischen 1, 5 und 4,0 l/ kg je ha. Die Präparate sind in relativ kurzer Zeit regenfest. Bei einer Stoppelbehandlung sind mindestens 3- 4 neu gebildete Blätter zur Wirkstoffaufnahme erforderlich; vorhandenes Ausfallgetreide wird ebenfalls miterfasst.

Zur Bekämpfung von Zaunwinde auf der Getreidestoppel sind die Präparate Pyrat XL bzw. Starane XL mit einer Aufwandmenge von 1,8 l / ha zugelassen. Zum Zeitpunkt der Behandlung sollten die Winden eine Trieblänge von mindestens 30 cm, besser 40 cm haben. Gegen Winden, Schachtelhalm und andere schwer bekämpfbare Unkräuter kann Kyleo (Wirkstoffkombination aus 2,4 D und Glyphosat) eingesetzt werden.

Beachten: Feldränder, Feldwege oder Böschungen dürfen durch diese Spritzung nicht beeinträchtigt werden. Es gilt die Gebrauchsanleitung der Mittel einzuhalten.

Alle glyphosathaltigen Produkte sind mit folgender Auflage versehen:

NG352: Bei der Anwendung des Mittels ist ein Abstand von 40 Tagen zwischen Spritzungen einzuhalten, wenn der Gesamtaufwand von zwei aufeinanderfolgenden Spritzanwendungen mit diesem und anderen glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmitteln die Summe von 2,9 kg Glyphosat / ha überschreitet.

Hinweis: alle glyphosathaltigen Pflanzenschutzmittel sind momentan nur bis zum 15. Dezember 2019 zugelassen, daher nur soviel einkaufen, wie sicher diesen Herbst verwendet werden kann.


Gewässerrandstreifen

Bei der Anbauplanung für die kommende Saison die geänderten Rahmenbedingungen der Gewässerrandstreifen zum 01.01.2019 beachten!

Nach § 29 Abs. 3 Nr. 3 Wassergesetz ist eine Ackernutzung im Pufferstreifen untersagt. Der Pufferstreifen von 5 m ab der Böschungsoberkannte kann dann nicht mehr als Produktionsfläche z.B. für Getreide, Mais, Raps, usw. genutzt werden. Ausgenommen ist der umbruchlose Erhalt eines Blühstreifens

Die Information, welche Flächen betroffen sind, erhalten Sie in FIONA bei den Umweltdaten oder unter http://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/pages/map/default/index.xhtml. Bei Fragen hierzu wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Landratsamt (Sachbearbeiter/in des Gemeinsamen Antrags). 

Merkblatt Gewässerrandstreifen


Pflanzenschutzmittel – Abstände zu Oberflächengewässern

Wichtige Informationen des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 14.03.2019 

Bei den anstehenden Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln sind die Anwendungsbestimmungen zum Schutz der Oberflächengewässer zu beachten. Nach dem deutschen Pflanzenschutzrecht sind zu schützende Gewässer an folgenden Merkmalen zu erkennen:

  • Ständig oder regelmäßig über längere Zeit (periodisch) im Jahr wasserführend
  • Gewässerbett bei Austrocknung erkennbar
  • Wasserpflanzen vorhanden
  • Vorkommen schutzwürdiger Wasserorganismen (Tiere und Pflanzen)
  • Bei Austrocknung keine Landpflanzen am Gewässerboden

Um eine Abdrift von Pflanzenschutzmitteln in Gewässer zu verhindern, werden Abstände festgelegt, die eingehalten werden müssen (NW606). Bei Verwendung verlustmindernder Technik können die Abstände in Abhängigkeit von der Abdriftminderungsklasse (50%, 75%, 90%) reduziert werden (NW605). Die Anwendung einer Reihe von Mitteln muss grundsätzlich mit einem verlustmindernden Gerät erfolgen (NW607). Nach dem Wassergesetz ist in Baden-Württemberg zudem der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Gewässerrandstreifen in einem Bereich von fünf Metern grundsätzlich verboten.

Tipps: Um Problemen durch Abdrift aus dem Wege zu gehen, sollte beim Kauf eines neuen Düsensatzes für die Feldspritze darauf geachtet werden, dass die Abdriftminderungsklasse 90% auch bei höherem Druck und praxisüblicher Geschwindigkeit erreicht wird. Diese Vorgabe erfüllen für den Einsatz im Ackerbau z.B. die Düsen ID-120-04 C, ID-120-04 POM, TD Hispeed 110-04, TTI 110-04 VP und ULD 04.

Hinweis: Weitere geeignete Düsen sind im Merkblatt „Integrierter Pflanzenschutz 2019“ in der Heftmitte zu finden.

Achtung: Die Einhaltung der Anwendungsbestimmungen zum Schutz der Oberflächengewässer wird im Rahmen der Fachrechtskontrollen überprüft. Ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit und wird durch die untere Landwirtschaftsbehörde mit einem Bußgeld geahndet. Er ist zudem Cross Compliance relevant.


Vorratslagerschutz

Vor der Getreideernte sollten Sie nun die Getreidelager sorgfältig reinigen. Auch einzelne Körner aus Ritzen und Fugen sorgfältig entfernen. Hierfür kann z.B. ein Industriestaubsauger verwendet werden. Grund hierfür ist, dass der Kornkäfer nach der Reinigung des Lagers gezielt noch vorhandene Getreidekörner aufsucht. Diese reichen ihm dann als Nahrung, bis das Lager wieder gefüllt wird. Soll altes Getreide noch länger gelagert werden, dann neues Getreide getrennt lagern. Nach der Reinigung kann der leere Speicher mit K-Obiol EC 25 behandelt werden. Wichtig: Gebrauchsanweisung beachten!


Feldhygiene

Ackerrandstreifen werden mangels Zeit teilweise etwas vernachlässigt. Das Mähen oder Mulchen vor der Samenreife der verschiedenen Ungräser und Unkräuter am Feldrand ist dringend notwendig. Gerade Trespen sind oft zu sehen. Nicht gepflegte Feldränder bieten auch Schutz für Schädlinge (Blattläuse). Daher sollte die Pflege des Banketts nicht unterschätzt werden. Die mechanische Bekämpfung durch Abmulchen ist eine wichtige vorbeugende Maßnahme gegen Unkräuter und Schädlinge!


Allgemeines

Bei der Auswahl von Pflanzenschutzmitteln immer auf die Abstandsauflagen zu Gewässern und Hecken achten. Bei vielen Pflanzenschutzmitteln können die Abstandsauflagen durch verlustmindernde Geräte z. B. Einsatz 90 % abtriftmindernder Technik vermindert werden.

Dokumentation Pflanzenschutz (zeitnah)

Spritzen - TÜV alle 3 Jahre 


 

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