Service-Navigation

Suchfunktion

Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau

Datum: 08.09.2020

  • Düngeverordnung
  • Winterraps
  • Wintergetreide
  • ÖVF-Flächen
  • Zwischenfruchtanbau
  • Allgemeines

Die bisherigen digitalen Ackerbautipps finden Sie unter Allgemeines "Archiv Ackerbautipps 2020"


Düngeverordnung

Die Vorlage zur Aufzeichnungspflicht der Düngungsmaßnahmen wird derzeit vom LTZ Augustenberg erstellt. Bis dahin bitte alle Düngungsmaßnahmen nach Vorgaben der neuen Düngeverordnung (siehe Präsentation) im Kalender oder separat aufzeichnen.

Digitale Felderbegehung: Ackerbautipp Nr. 32 - Düngung

Information zur neuen Düngeverordnung- N-Düngung auf Ackerland im Herbst

Die Präsentation zur neuen Düngeverordnung

Merkblatt zur Aufzeichnung der Düngung des LTZ Augustenberg




Winterraps

Digitale Felderbegehung: Ackerbautipp Nr. 35 - Raps

Digitale Felderbegehung:Ackerbautipp Nr. 33 - Rapseinsaat

Saatgut, das mit Thiram (TMTD) gebeizt wurde, darf dieses Jahr letztmalig ausgesät werden.

Mit der Rapssaat kann gut gewartet werden, bis der Boden feucht und das Ausfallgetreide aufgelaufen ist.

Für ein zügiges Auflaufen der Rapspflanzen ist es wichtig, dass der Boden:
• tief gelockert ist (Achtung: Wasser sparen)
• auf Grund der trockenen Witterung, ist zum Erhalt der Bodenfeuchtigkeit, eine Rückverfestigung des Bodens nach der Saat sehr wichtig.
• feinkrümeliges Saatbett für gleichmäßige Saatgutabdeckung
• exakte Tiefenführung der Säschare, ca. 2 - 3cm
• Bodenoberfläche sollte möglichst strohfrei sein, Wirkung der Herbizid (Bodenwirkstoffe), kein Unterschlupf für Schnecken und Mäuse

Düngung
Raps hat einen hohen Nährstoffbedarf an Kalium, daher eine Grunddüngung mit Phosphor und Kalium je nach Dünge-Bedarfsberechnung einplanen. Auch Wirtschaftsdünger z.B. Gülle kann im Herbst verwertet werden, hier Düngeverordnung beachten.
Die Saatstäke liegt bei:
Liniensorten: 50-55 Kö/m², bei späterer Saat 55-60 Kö/m²
Hybridsorten: Saat möglichst, je nach Witterung, erst nach dem 20. August mit 45-50 Kö/m², ab 30. August 50-55 Kö/m²

Pflanzenschutz
Herbizide
Mögliche Mittel und Kombinationen gegen Kräuter
So lange die Temperaturen so hoch sind, die Pflanzenschutzmaßnahmen mit höherer Wasseraufwandmenge und groben Düsen in die frühen Morgenstunden legen oder am Abend vornehmen, um die Verdunstung der Mittel so weit als möglich zu minimieren.

Im Vorauflauf: (Clomazonefrei)

  • Butisan Gold 2,5 l/ha bis 10 Tage nach der Saat, evtl. Wirkungsminderung bei Storchschnabel, Hirtentäschelkraut und Kamille
  • Fuego Top 1,3 l/ha + Tanaris 0,6 l/ha bis 3 Tage nach der Saat (evt. schwäche Storchschnabel)
  • Fuego Top mit 1,3 l/ha und später mit Runway oder Fox je nach Begleitkraut nachlegen
  • Butisan Kombi oder Runway Kombi Pack, bestehend aus 2,5 l Butisan Kombi und 0,2 l/ha Runway. Runway hat eine Blatt- und Bodenwirkung, daher ist es gut die Kombination aufzuteilen um später auflaufende Kamille zu bekämpfen

Nun kann auch im Nachauflauf mit den neuen Mitteln Belkar oder Gajus behandelt werden. Belkar Power Pack hat einen guten Wirkungsgrad bei den typischen Rapsunkräutern wie Klettenlabkraut, Kamille, Hirtentäschel, Hellerkraut. Gajus im frühen Nachauflauf einsetzen.

Bei starker Begleitkrautflora Belkar 0,25 + Synero 0,2 früh und wenn die Unkräuter aufgelaufen sind nochmal 0,25 l/ha Belkar
oder Belkar 0,5 l/ha + Synero 0,2 l/ha im 5 – 6 Blattstadium Raps

Der Wirkstoff Metazachlor z.B. in Butisan Gold, Fuego Top u.a. wird teilweise als Abbauprodukte im Grundwasser gefunden und steht daher erheblich auf dem Prüfstand insbesondere in Wassersensiblen Gebieten. Kommt der Wirkstoff Metazachlor bei feuchten Bedingungen zum Einsatz, sollte die Wirkstoffmenge nicht über 500 gr/ha liegen. Dies ist mit 2,5 l/ha Butisan Gold möglich. 

Bei clomazonehaltigen Produkten die umfangreichen Auflagen beachten. Derzeit sind hier keine Mittel mit dem Wirkstoff in der Empfehlung.

Schnecken sollten immer beachtet werden, daher sofort nach der Saat eine "Schneckenfalle" (Sack oder Brett mit Schneckenkorn) auslegen und täglich kontrollieren. Mit der Schneckenkontrolle auch regelmäßig auf Erdflohschaden kontrollieren und Gelbschalen aufstellen. Die Schadschwelle im Keimblattstadium des Rapses liegt bei 10 % zerstörter Blattfläche (Assimilationsfläche) bzw. 50 Käfer in 3 Wochen in der Gelbschale. Hier kommt die Schädigung durch die Larven die am Stängel fressen und zum Vegetationskegel vordringen. Dadurch kann es vermehrt zur Auswinterung kommen. Die Gelbschale leicht eingraben damit die Erdflöhe in die Gelbschale "fallen". Erdflöhe reagieren nicht auf gelbe Farben. 


Wintergetreide 

Herbizid-Strategie in Wintergerste u. Winterweizen im Herbst gegen Ackerfuchsschwanz und die wichtigsten Kräuter
Strategie 1:
Früh bei feuchtem Boden, nach der Saat bis Sichtbarwerden der Fahrgassen:

  • Herold 0,6 l/ha + 2,5 – 5 l/ha Boxer
  • Cadou Pro Pack = Cadou SC 0,5 l/ha + Agolin 1,5 l/ha
  • Boxer Cadou SC Pack gegen Kräuter Mischung mit z.B. Addition 2,5 – 3,5 l/ha oder Alliance 65 g/ha
  • Malibu 4 l/ha

→ Alle Mittel wirken hauptsächlich über den Boden

2. Strategie:
Splitting nur bei Wintergerste: bei sehr viel Ackerfuchsschwanz bzw. trockener Witterung bei der Behandlung
1. Behandlung: Herold 0,4 - 0,6 l/ha + Boxer 3 – 5 l/ha (nach der Saat bis beim Sichtbarwerden der Fahrgassen) → Bodenwirkung
2. Behandlung: Später wenn der Ackerfuchsschwanz da ist: Axial 50 0,9 l/ha (Nikolausspritzung) → Blattwirkung

3. Strategie:
Oder wenn alles aufgelaufen ist, im 2-3 Blattstadium Wintergetreide, im letzten Jahr beste Wirkung, könnte etwas teurer sein:

  • 0,9 l/ha Axial 50 + 0,5 l/ha Cadou SC + 1,5 l/ha Addition → Blatt- und Bodenwirkung

Es gibt selbstverständlich noch viele weitere Spritzmittelkombinationen, dies ist nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten
Hinweis zu Wirkstoffen:
Diflufenican + Flufenacet: Herold SC, Carpartus SC
Flufenacet: Cadou SC, Fence (im Fence weniger Wirkstoff/Liter)

Herbizid-Strategie in Winterroggen, Wintertriticale und Winterweizen im Herbst gegen Ackerfuchsschwanz und die wichtigsten Kräuter

Winterroggen, Wintertriticale und Winterweizen im Nachauflauf

  • Traxos, gut gegen Ackerfuchsschwanz, Achtung kann bei Frost zu Aufhelllungen führen
  • Wirkstoffguppe A wie Axial 50

Als Mischpartner z.B. Activus SC oder Addition. Achtung Wirkstoffgruppe

Winterroggen und Wintertriticale: Früh bei feuchtem Boden, nach der Saat bis Sichtbarwerden der Fahrgassen

  • Herold SC 0,6 l/ha
  • Malibu 3,0 l/ha
  • Cadou SC + Boxerpack 0,5 + 2,5 l/ha



ÖVF-Flächen

Fruchtfolgeplanung

Nach Umbruch oder Ernte von ÖVF Leguminosen muss zwingend im Herbst eine Hauptkultur oder eine Zwischenfrucht angebaut werden.
Grundsätzlich gilt: Verbot von Pflanzenschutz auf ökologischen Vorrangflächen.


Nach der Ernte

Digitale Felderbegehung: Ackerbautipp Nr. 31 - Ernte

Kalkdüngung und Grundbodenuntersuchung

Nach der Getreideernte ist der beste Zeitpunkt für die Ausbringung von Düngekalk. Das Ergebnis der Grundbodenuntersuchung erleichtert die Entscheidung über einen Bedarf.
In der Düngeverordnung ist geregelt, dass von allen Schlägen größer als 1 ha, sowohl Acker als auch Grünland, ein Grundbodenuntersuchungsergebnis vorliegen muss. Dieses darf nicht älter als 6 Jahre sein.

Windenbekämpfung

Jetzt Windenarten beachten da diese in den Kulturen nicht immer einfach zu bekämpfen sind. Diese Maßnahme kann auf der Getreide- und Rapsstoppel durchgeführt werden. Im Idealfall sollte im Getreide das Stroh geräumt oder sehr kurz gehäckselt werden. Führen Sie keine Bodenbearbeitung durch und warten Sie mit der Spritzung, bis die Winde wieder genügend Blattmasse gebildet hat, eine Trieblänge von 20 cm, besser 50 cm, ist anzustreben. Zugelassen sind Starane XL, Kyleo und mehr. Führen Sie die nachfolgende Bodenbearbeitung erst durch, wenn die Winden braun/schwarz werden. Eine Einwirkungszeit von mindestens 6 Wochen wird empfohlen
Bitte beachten: Kyleo oder Starane XL dürfen nicht auf Getreidestoppel vor Winterraps verwendet werden! Auch eine Schädigung von Zwischenfrüchten kann erfolgen, wenn keine ausreichende Wartezeit (diese sollte mehr als zwei - drei Wochen betragen) eingehalten wird oder bei einer zu geringen Bodenbearbeitung. Daher ist im Anschluss eine Zwischenfruchtsaat oft nicht mehr möglich.

Stoppelbearbeitung nach Raps und Getreide

Nach der Getreideernte sollte schnellstens eine flache Stoppelbearbeitung durchgeführt werden. Dies fördert das Auflaufen von Ausfallgetreide und Unkrautsamen. Tieferes Einarbeiten kann zum Vergraben und Konservieren der Samen führen.
Wenn nach dem Rapsdreschen Niederschläge in Aussicht sind, dann mit der Bodenbearbeitung warten bis ein großer Teil des Ausfallrapses aufgelaufen ist. Sollte kein Regen in Aussicht sein, eine ganz flache Bodenbearbeitung durchführen. Eine tiefe Einarbeitung fördert die Keimruhe, dadurch bleiben die Rapssamen über Jahre im Boden keimfähig und es kann in den Folgejahren Probleme mit Durchwuchsraps geben.


Zwischenfruchtanbau

Der Anbau von Zwischenfrüchten ist eine gute Möglichkeit, den Stickstoff im Boden zu halten. Zusätzlich sind Zwischenfrüchte auch sehr gut gegen Bodenerosion bei starken Niederschlägen. 
Betriebe mit intensiver Rapsfruchtfolge sollten als Begrünungspflanze auf Kreuzblütler verzichten. Leguminosen als Zwischenfrucht sind zwar teurer, liefern aber Stickstoff für die Folgekultur.
Auch Phacelia eignet für die Fruchtfolgeauflockerung sehr gut. Sie ist mit keiner anderen landwirtschaftlichen Nutzpflanze verwandt.
Für eine optimale Entwicklung der Zwischenfrucht ist eine sorgfältige Bestellung notwendig, um eine optimale Wirkung zu erzielen.
Bei den Händlern gibt es eine Vielzahl von Mischungen, um für jeden Betrieb die passende zu finden. Wenn es sich um ÖVF – Flächen oder FAKT – Begrünungen handelt, unbedingt vor dem Kauf die einzelnen Vorgaben beachten!






Allgemeines

Digitale Felderbegehung: Ackerbautipp Nr. 34 - Mais

Jetzt die Zeit nutzen, um Unkräuter und Ungräser auf den Maisflächen zu kontrollieren. Insbesonders resistente Begleitkräuter (z.B. Vogelmiere, Kamille) sind jetzt sichtbar.

 

Archiv Ackerbautipps 2020


Fußleiste